Erledigung einer Sache

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  • German 
Apr 1, 2017 04:20 #spoilern
Dieser kurze Film, Erledigung einer Sache, dauert kaum länger als zwanzig Minuten, aber ich fand ihn faszinierend und verblüffend.

Es geht um einen Sohn, Jakob, dessen Mutters letzter Wunsch war, dass er mit seinem Vater redet, der vor fünfundzwanzig Jahren in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde, um ihm die Wahrheit seiner Vaterschaft Jakob gegenüber mitzuteilen.

Jakob traut sich nicht, sofort mit seinem Vater zu sprechen. Er kennt ihn gar nicht, weil er immer glaubte, sein Vater sei schon längst tot. Jakob weiß auch nicht, wie sein Vater auf die Aufdeckung reagieren wird. Deswegen beschließt er erst mit dem beaufsichtigenden Arzt, Doktor Weiss sprechen.

Eine Krankenschwester erklärt, als Jakob aus seinem Taxi steigt und aus dem Regen in die Anstalt kommt, dass der Arzt gerade beschäftigt ist. Sie führt Jakob zu seinem Büro, wo er auf den Arzt warten sollte. Kurz danach erscheint der Arzt und Jakob erzählt die Geschichte seiner Mutter, seines Vaters und seines Onkels.

Bevor Jakob geboren wurde, waren seine Mutter und sein Vater verheiratet. Während der Ehe kam es aber heraus, dass der Bruder des Vaters mehrmals mit seiner Frau geschlafen hatte. Aus Wut brachte der Vater seinen eigenen Bruder um und darin liegt der Grund, weshalb der Vater in die psychiatrische Anstalt eingewiesen wurde.

Wenige Monate später wurde Jakob geboren und über die folgenden fünfundzwanzig Jahre hinweg lebte sein Vater mit dem Zweifel, dass Jakob eigentlich der Sohn seines Bruders sein könnte.

Daher der letzte Wunsch Jakobs Mutter. Sie bat ihren Sohn, seinem Vater zu erklären, dass er schon der Vater seines Sohnes ist und er braucht deswegen nicht mehr mit diesem Zweifel zu leben.

Der Arzt meint, Jakob sollte keine Angst davor haben, dies seinem Vater weiterzuerzählen. Das würde seinen Vater sicher beruhigen und sogar freuen.

Die Geschichte ist aber längst noch nicht zu Ende. Jakob erzählt weiter und der Arzt hört ihm neugierig aber zurückhaltend zu.

Wie gesagt - der Wunsch lautet zwar: "Sag deinem Vater: Du bist sein Sohn. Es wird seinen Schmerz erleichtern, das zu wissen." Das ist allerdings nicht die Wahrheit. Sein Onkel ist sein wahrer Vater.

Nun muss Jakob sich dafür entscheiden: entweder seinen Vater zu belügen oder ihm die Wahrheit zu sagen. Er weiß aber nicht, welche die richtige Entscheidung ist.

Der Arzt steht am Fenster und schaut in die Finsternis des Regensturms hinaus. "Meiner Meinung nach sollten Sie ihm lieber die Wahrheit sagen. Ich kenne ihn gut und ich glaube, er wird sie ertragen können."

Da der Arzt noch anderes vorhat, muss er sich von Jakob verabschieden und schlägt vor, Jakob könnte an einem anderen Tag wieder vorbeikommen, um das alles mit seinem Vater zu besprechen.

Jakob kehrt zu seinem Taxi zurück.

Die Krankenschwester sieht ihn und spricht ihn an: "Sie müssen schon los? Das tut mir sehr leid, dass der Arzt so beschäftigt war, er hatte keine Zeit, mit Ihnen zusammenzutreffen. Immerhin ... Keine Pause für die Müden. Schönen Abend noch und gute Heimfahrt!"
This short film, The Last Will, is only about twenty minutes long, but I found it fascinating and intriguing.

It's about a son, Jacob, whose mother's last wish was for him to speak to his father, who was institutionalized twenty-five years ago, and tell him the truth about his paternity toward Jacob.

Jacob is afraid to talk to his dad right away though. He doesn't know him because he thought that he died a long time ago. Jacob also doesn't know how his father will react to the revelation. For those reasons, he resolves to first talk to the supervising doctor, Dr. Weiss.

A nurse explains, as Jacob gets out of his taxi and, from out of the rain, enters the facility, that the doctor is currently busy. She leads him to the doctor's office, where's he's to wait. Shortly thereafter, the doctor shows up and Jacob tells the story of his mother, his father, and his uncle.

Before Jacob was born, his father and mother married. During the marriage it came out that the husband's brother had been sleeping with his wife. Infuriated, the father killed his own brother and therein lie the reason he was institutionalized.

A few months later, Jacob was born and over the following twenty-five years, his father lived with the doubt that that Jacob could actually be his brother's son.

Hence, Jacob's mother's dying wish. She asked her son to explain to his father, that he really was the father of his son and doesn't need to live on with the doubt anymore.

The doctor said Jacob shouldn't worry about telling his father. It would probably comfort him and maybe even make him happy.

But the story doesn't end there. Jacob continues to recount the events and the doctor listens curiously, but reservedly.

As said, the wish was: "Tell your father, you're his son. It'll ease his pain." That wasn't the truth, though. His uncle is really his father.

Now Jacob has to decide to either lie to his father or to tell him the truth. He has no idea what the right choice is.

The doctor stands by the window, looking out into the gloom of the rainstorm. "In my opinion, you should tell him the truth. I know him well and I think he'll be able to withstand it."

Since the doctor has other things to take care of, he has to bid Jacob farewell for now, but recommends he return at a later date to tell his dad everything.

Jacob returns to his taxi.

The nurse sees him on the way out and approaches him. "You're leaving already? I'm very sorry the doctor was so busy he didn't have time to meet with you. Anyway... No rest for the weary. Have a good night and a safe drive!"
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