Ausschnitt aus "Aschenbrödel und Dollarprinz"

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May 11, 2017 00:40
Neulich habe ich damit angefangen, den Roman "Aschenbrödel und Dollarprinz" zu lesen. Dieses Buch habe ich vor Jahren von einer Bibliothek in Syracuse, New York empfangen. Der Buch sollte herausgeschmissen werden, aber eine Freundin von mir hat es (unter anderen) gerettet und mir gegeben, weil sie auf Deutsch sind. Dieses Buch (und auch die anderen) sind so alt (Copyright 1930), dass die Seiten wegen ihres Alters alle gelb geworden sind und die Schriftart is Fraktur. Da "s" und "f" ähnlich aussehen, stolpere ich über viele Wörter.

Ich möchte einen Ausschnitt teilen. Es geht um einen Mann, der gerade vom Arzt erfahren hat, dass sein Sekretär an Krebs leidet.

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Eine Weile schwieg John Stratter sehr bewegt. Dann richtete er sich auf.
"Glauben Sie, dass die Reise von New York bis hierher einen sehr ungünstigen Einfluss auf seinen Zustand ausgeübt hat?"
Der Arzt schüttelte den Kopf.
"Eine Seereise, wahrscheinlich doch mit aller Bequemlichkeit, hat nur einen günstigen Einfluss ausüben können. Mister Fogham hätte ganz sicher auch daheim in diesen Tagen vor einer Krise gestanden."
"Ich danke Ihnen für diese Auskunft. Es wäre mir ein scheußliches Gefühl gewesen, hätte ich annehmen müssen, dass die Reise daran schuld gewesen sein könnte, dass mein Sekretär erkrankte, oder wenigstens seinen Zustand verschlechtert hat."
Der Arzt lächelte.
"Da sprach der Deutsche aus Ihnen, Mister Stratter. Ich glaube, einen waschechten Amerikaner hätten solche Bedenken nicht beschwert."
Auch Mister Stratter musste lächeln.
"Ja, ein wenig deutsche Sentimentalität liegt mir noch im Blute, ich spürte es zuweilen ..."
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Ist das ein Stereotyp von Amerikanern, dass uns solche Bedenken nicht beschweren? Ich weiß schon, Amerikaner sind dafür "berühmt", dass wir laut, nach Waffen süchtig, und zu zuversichtlich scheinen. Anderenfalls, kann es sein, dass dieses Stereotyp ein bisschen altmodisch ist?

Um es deutlich zu machen, ich bin nicht beleidigt. Ich bin nur neugierig, weil ich dieses Stereotyp faszinierend finde. Außerdem nehme ich an, dieser Roman wird sich immer wieder die Unterschiede zwischen amerikanischer und deutscher Kultur beschäftigen und ich möchte die Geschichte so verstehen, wie sie gemeint ist.

Vielen Dank!
Recently, I began reading a novel called Aschenbrödel und Dollarprinz. I got this book years ago from a library in Syracuse, New York. The book was supposed to be throw away, but a friend of mine rescued it (among others) and gave it to me, because it's in German. This book (and the others, too) are so old (Copyright 1930) that the pages are yellow from age and the print style is Fraktur. Since "s" and "f" look similar, I stumble over many words while reading.

I would like to share an excerpt. It's about a man who just found out from a doctor that his male secretary has cancer.

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Is that a stereotype of Americans that we don't worry about things like this? I know Americans are "famously" believed to be loud, gun-nutty, and overconfident. Alternatively, could it be that this stereotype is a little out of date?

Just to be clear, I'm not offended. I'm just curious because I think this stereotype is fascinating. Besides, I'm guessing this novel is often going to deal with the differences between American and German culture and I'd like to understand the story that way it was intended.

Thanks very much!