Beschneidung Aufsatz (Teil 2)

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Jul 26, 2015 18:50
Beschneidung Aufsatz (Teil 2)

Andererseits gibt es verschiedene medizinische Bedenken. Die Beschneidung ist eine unwiderrufliche Operation, die große Folgen haben kann. Wie alle chirurgischen Operationen, gibt es Fälle, wo Patienten unerwünschte Komplikationen erleiden. Die kurzfristige Komplikationsrate ist sehr schwierig zu messen, jedoch haben verschiedene Studien Raten zwischen 4% und 55% festgestellt. Das spiegelt zum Teil die variierenden Diagnosekriterien, aber auch die konservativsten Schätzungen sind nicht gering. Allerdings ist die Häufigkeit der langfristigen Komplikationen sogar umstrittener, da es manchmal an medizinischen Daten fehlt, aber Komplikationsraten von 14% bis zu 69% werden geschätzt. Dazu müssen auch die psychologischen Effekte berücksichtigt werden: Dies ist natürlich ein sehr schmerzhafter Prozess, der Kinder traumatisieren kann, vor allem, wenn die Operation traditionsgemäß ohne Narkose durchgeführt wird. Solches Trauma kann psychologische Nachwirkungen haben. Zum Schluss kann Beschneidung laut Studien die Empfindsamkeit des Penis verringern/beeinträchtigen, was sexuelle Erfahrungen im Erwachsenenalter weniger befriedigend machen kann. Auf der anderen Seite der Debatte soll die Beschneidung Schutz gegen Geschlechtskrankheiten anbieten, indem sie zu einer Abhärtung der Haut des Penis führt. Aus diesem Grund empfehlt die WHO die Beschneidung von erwachsenen Männer in Afrika als Präventionsmaßnahme gegen AIDS. Hier sind Studien auch gemischt, aber es existiert Belege dafür, dass die Bescheidung mit einer geringen Senkung der Infektionsrate in Beziehung steht.

Auch wenn man die Einwände aus Religionen Gründen beiseite legt, bleibt noch eine Grauzone, woraus die Rolle der Eltern beziehungsweise des Staates besteht. Eltern tragen natürlich die Verantwortung für ihre Kinder und staatliche Eingriffe sollen auf einem Minimum gehalten werden. Allerdings haben Kinder auch Rechte und der Staat soll diese Rechte wahren, wenn die Eltern es nicht können. Das betroffene Recht ist hier das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenn diese Operation medizinisch unnötig ist und zu großem Schaden zufügen kann, dann kann und soll dies als Verletzung dieses Rechtes betrachtet werden.