Der Anfang eines Romans: Pride and Prejudice (I)

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Jun 25, 2016 22:57
Der Anfang eines Romans: Pride and Prejudice (I)

Es ist eine allseits anerkannte Wahrheit, dass sich ein lediger Mann im Besitz von einem guten Vermögen eine Frau wünschen muss.

Egal wie unbekannt die Gefühle oder Meinungen eines solchen Mannes zur Zeit seines Eintritts in die Nachbarschaft sein mögen, ist diese Wahrheit so in den Köpfen der umgebenden Familien festgelegt, dass er als das rechtmäßige Eigentum von irgendeiner ihrer Töchtern betrachtet wird.

»Mein lieber Herr Bennet«, sagte seine Dame zu ihm eines Tages. »Haben Sie gehört, dass Netherfield Park endlich vermietet worden ist?«

Herr Bennet erwiderte, dass er es nicht gehört hatte.

»Das ist es aber«, entgegnete sie, »da Frau Long gerade hier war und mir alles darüber erzählt hat.«

Herr Bennet gab keine Antwort.

»Wollen Sie nicht wissen, wer es gemietet hat?«, schrie seine Frau ungeduldig.

»Sie wollen es mir sagen und ich habe keine Einwände dagegen, es zu hören.«

Dies war eine genügende Ermutigung (/Einladung?).

»Aber mein Lieber, Sie müssen einfach wissen! Frau Long hat gemeint, dass Netherfield von einem jungen Mann eines guten Vermögens genommen worden ist; dass er am Montag in einer Kutsche dahingefahren ist; dass er so sehr vom Grundstück entzückt war, dass er sofort eine Vereinbarung mit Herr Morris getroffen hat; dass er es bis Michaelistag in Besitz nehmen wird; und dass einige seiner Diener schon vor Ende nächster Woche das Haus betreten werden.

»Wie lautet sein Name?«

»Bingley.«

»Ist er verheiratet oder ledig?«

»Ach! Ledig, mein Lieber, allerdings! Ein lediger Mann im Besitz von einem großen Vermögen: vier- oder fünftausend pro Jahr. Was für ein Glücksfall für unsere Mädels!«

»Auf welche Weise? Wie kann es sie betreffen?«

»Mein lieber Herr Bennet«, erwiderte seine Frau. »Wie können Sie so lästig sein! Sie müssen ja wissen, dass ich die Möglichkeit in Betracht ziehe, dass er eine von ihnen heiratet.

»Ist das die Absicht seines Umzugs?«

»Absicht! Unsinn, wie können Sie so reden? Aber es ist höchst wahrscheinlich, dass er sich vielleicht in einer von ihnen verliebt, und daher müssen Sie ihm einen Besuch abstatten, sobald er kommt.«
im Besitz von etw – in possession of smt
in seinem Kopf festgelegt/verankert – fixed in his head
das rechtmäßige Eigentum – the rightful property
vermieten – to let (out)
mieten – to rent
eine ausreichende Ermutigung – sufficient encouragement
das Grundstück – the property (house)
eine Vereinbarung treffen – to reach an agreement
etw in Besitz nehmen – to take possession of smt
vor Ende nächster Woche – before the end of next week
ein Glücksfall – a stroke of luck
inwiefern? – how so?
schwerfällig – slow (mentally)/cumbersome
sich in jdn verlieben – to fall in love with sb

ein großes/stattliches Vermögen – a large fortune
wider besseres Wissen – against better judgement
die Fassung verlieren – to lose one's composure
verstehen Sie denn nicht? – don't you understand?
vermögend – wealthy

It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune, must be in want of a wife.

However little known the feelings or views of such a man may be on his first entering a neighborhood, this truth is so well fixed in the minds of the surrounding families, that he is considered as the rightful property of some one or other of their daughters.

„My dear Mr. Bennet,“ said his lady to him one day, „have you heard that Netherfield Park is let at last?“

Mr. Bennet replied that he had not.

„But it is,“ returned she; „for Mrs. Long has just been here, and she told me all about it.“

Mr. Bennet made no answer.

„Do not you want to know who has taken it?“ cried his wife impatiently.

„You want to tell me and I have no objection to hearing it.“

This was invitation enough.

„Why, my dear, you must know, Mrs. Long says that Netherfield is taken by a young man of larger fortune from the north of England; that he came down on Monday in a chaise and four to see the place, and was so much delighted with it that he agreed with Mr. Morris immediately; that he is to take possession before Michaelmas, and some of his servants are to be in the house by the end of next week.“

„What is his name?“

„Bingley.“

„Is he married or single?“

„Oh! Single, my dear, to be sure! A single man of large fortune; four or five thousand a year. What a fine thing for our girls!“

„How so? How can it affect them?“

„My dear Mr. Bennet,“ replied his wife, „how can you be so tiresome! You must know that I am thinking of his marrying one of them.“

„Is that his design in settling here?“

„Design! Nonsense, how can you talk so! But it is very likely that he may fall in love with one of them, and therefore you must visit him as soon as he comes.“