Beschneidung Aufsatz (Teil 1)

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Jul 26, 2015 01:01
Beschneidung Aufsatz (Teil 1)

Sollte die Beschneidung von Säuglingen in Deutschland als Straftat gelten?

Das Landgericht Köln hat entschieden, dass die Beschneidung von Jungen eine Körperverletzung darstellt und dies folglich eine Straftat ist, auch wenn die Eltern eingewilligt haben. Dieser Rechtsentscheid hat eine Debatte ausgelöst und einige sehr starke Reaktionen auf beiden Seiten hervorgerufen. Einerseits fühlen sie die jüdischen und muslimischen Minderheiten in Deutschland angegriffen und erachten diesen Entscheid als Verletzung ihrer Freiheit der Religionsausübung, denn die Bescheidung von Jungen in der beiden Religionen als heilige Pflicht gilt. Andererseits hat das Gericht der Unterstützung vieler fachmännischen Stimmen in Medizin und Jura, die behaupten, dass Beschneidung nicht im Kindeswohl liegt und das Recht auf körperliche Unversehrtheit verletzt. Dieser Aufsatz wird die Pro- und Kontraargumente abwägen und fragen, ob einen Ausgleich zwischen dem Recht auf Religionsausübung der Eltern und das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Kinder gefunden werden kann.

“Dies ist mein Bund, den ihr hüten sollt zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: beschnitten soll euch jeder Männliche werden.” Genesis 17,10. Es ist nötig, die Tiefe der Gefühle zu diesem Thema in der religiösen Gemeinden zu verstehen. Im jüdischen Glauben repräsentiert die Beschneidung einen Bund zwischen Gott und seinem auserwählten Volk und liegt daher am Herzen der jüdischen Identität. Die Beschneidung sei ein Geschenk von den Eltern an das Kind. Die Thora erfordert(/verlangt), dass diese Operation acht Tage nach der Geburt stattfindet. Sie ist auch tief in dem muslimischen Brauchtum verwurzelt, die Bedingungen ihrer Ausführung sind allerdings flexibler und manche Gläubige lassen ihre Kinder in einem späteren Alter beschneiden. Im Rahmen der historischen und aktuellen Verfolgung und Diskriminierung, die beide Völker in Europa unterlagen, sollte es keinen überraschen, dass viele Gläubige dies als weitere Verfolgung erachten. Sie behaupten, der Entscheid sei eine Verletzung der vom Grundgesetz garantierten Recht der religiösen Freiheit.